Company Logo
Grafschaft Werdenfels

Foto u. Video

Suchen

Grafschaft Werdenfels

Die Grafschaft Werdenfels im heutigen Werdenfelser Land war eine reichsunmittelbare Grafschaft im Besitz des Hochstifts Freising.
Ihren Namen erhielt sie von der als Ruine erhaltenen Burg Werdenfels, die ihr Zentrum bildete.
Diese wurde um 1180 nördlich von Garmisch erbaut und "Wer erobert den Fels?!", "der werte Fels" oder auch "Wehret den Fels!" genannt.
 
Im Jahr 1249 verkaufte der Ritter von Mindelberg die Burg mit seinen Besitzungen an das Fürstbistum Freising.
Im Jahr 1294 verkaufte Graf Perchthold von Eschenloh seine Grafschaft an den Bischof Enichen (Emicho) von Freising.
Die Grafschaft wurde in drei Pfleggerichte eingeteilt: Garmisch, Partenkirchen und Mittenwald. Der oberste Richter hatte seinen Sitz in Garmisch, wo er seine Gerichtstage hielt. Die Sitzungen fanden zunächst auf der Burg statt, erst 1632 wurde der Pflegsitz in ein neues Amtshaus in Schwaigwang verlegt.
 
Die Freisinger erwarben im Laufe des 13.Jahrhunderts das ganze Land zwischen der Eschenlaine und Seefeld sowie dem Plansee und Sylvenstein.
Sie fassten das Land zur reichsunmittelbaren Grafschaft Werdenfels zusammen und behielten es, bis es 1803 an Bayern fiel.
 
Das Land verfügte über einen beträchtlichen Besitz an Erz- und Silbervorkommen.
Von noch größerer wirtschaftlicher Bedeutung für die Grafschaft war zu Beginn der Neuzeit die Kontrolle der Handelsstraßen nach Italien.
Was aus dem Süden kam (Gewürze, Früchte, Weihrauch, Wein), musste in Mittenwald, und was aus dem Norden kam (Kupfer, Messing, Tuche, Schmuck, Metallwaren), musste in Partenkirchen gegen Bezahlung niedergelegt werden. Nur eine Werdenfelser Fuhrleutevereinigung hatte das Recht, innerhalb der Grafschaft die Waren zu transportieren.
Von besonderer Bedeutung war es, dass die Republik Venedig von 1487 bis 1679 einen eigenen Markt, den Bozner Markt, in Mittenwald unterhielt.
So kam die Gegend zu einem gewissen Wohlstand und wurde als "goldenes Landl" bezeichnet.
 
Die Nachbarn Tirol und Bayern, letzteres vertreten durch die Anrainer Kloster Ettal und Kloster Benediktbeuern, beanspruchten immer wieder Gebietsteile.
1530 bot Herzog Wilhelm IV. von Bayern dem Bischof von Freising weite Landesteile zwischen Isar und Amper zum Tausch für die gesamte Grafschaft, doch scheiterten die Verhandlungen in München.
 
Nach dem Dreißigjährigen Krieg verlor die Gegend allmählich ihre Bedeutung als Umschlagplatz.
Einen gewissen Aufschwung brachte, begründet durch Matthias Klotz, der Geigenbau in Mittenwald.
 
1803 endete mit der Säkularisation in Bayern die Herrschaft des Hochstifts Freising, die Grafschaft Werdenfels kam zu Bayern.

Google-Anzeigen

Werbung

www.savethechildren.de



  b-schaffer.com © 2017 - skibiwa.de is operated by Bernhard Schaffer. Flattr this


Powered by Joomla!®. Valid XHTML and CSS
Background image of moonchilde-stock.deviantart.com.