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Michaeli - Leonhardi - Martini

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Michaeli
 
Der Michaelitag am 28. September war der letzte Eckpfeiler im Erntejahr der Bayern.
Das Leben auf den Höfen wurde ruhiger, aber auch leider karger.
Es begann die Zeit der langen Stubenabende, und der Herbst hielt Einzug.
Michael - er war ein Bannerträger Gottes, Erzengel und Patron der Deutschen vom Urbild des deutschen Michel.
Die alte Redewendung "Der Michel zündt's Licht an" weist darauf hin, dass früher ab dem Gedenktag des Erzengels Michael bei Kunstlicht gearbeitet wurde. Dies galt dann bis Lichtmess am 2.Februar.
Weil man aus jedem Anlass ein Fest machen konnte, hieß der Montag nach Michaelis früher Lichtbratlmontag. Der Grund hierfür war, weil es vor dem ersten Arbeitstag bei Kunstlicht ein Festessen gab (z.B. einen Truthahn = Schustervogel). Dieses traditionelles Essen ist im Werdenfelser Land auch heute noch vielerorts üblich.
Der 29. September ist heute der gemeinsame Gedenktag der Erzengel Michael, Gabriel und Rafael, die in der Bibel namentlich genannt werden.
Sie werden seit dem 4. Jahrhundert verehrt, und seit der Kalenderreform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, in einem eigenen Fest am 29. September gefeiert.
 
Als Wetter- und Lostag zum Ende des Vierteljahres war der Michaelistag den Bauern wichtig und vielerorts ein Anlass für Feste.
Dazu gab es für Bauern die wichtigsten Regeln zum Michaelitag:
"Ist die Nacht vor Michaelis hell, so soll ein strenger und langer Winter folgen."
"Regnet es aber an Michaelis, so soll der nächste Winter sehr gelinde sein."
"Regnet's an Michaelis ohne Gewitter, folgt meist ein milder Winter."
"Ist es aber an Michaelis und an Gallus trocken, dann darf man auf gutes, trockenes Frühjahr hoffen."
"Wenn die Zugvögel nicht ziehen vor Michael, wird es nicht Winter vor Weihnachten."
"Regnet's sanft an Michaelstag, sanft auch der Winter werden mag."
"Kommt Michael heiter und schön, wird es noch vier Wochen so weiter geh'n."
"Auf nassen Michaelitag ein nasser Herbst folgen mag."

 

Leonhardi
 
Die Leonhardifahrt oder der Leonhardiritt ist eine Prozession zu Pferde, die in Süddeutschland und Österreich zum Brauchtum zählt.
Sie findet zu Ehren des Heiligen Leonhard von Limoges (6. Jahrhundert - Benediktinerabt) an seinem Patronatstag, dem 6. November, oder einem benachbarten Wochenende statt.
Der heilige Leonhard zählt zu den meist verehrten Heiligen des Alpenraumes. Zu Lebzeiten nahm sich der Geistliche der Gefangenen an, weshalb er heute mit Abtstab, Mönchskutte und Kette dargestellt wird. Als Schutzpatron der landwirtschaftlichen Tiere, werden zu Leonhardi Wallfahrten mit Tiersegnung, insbesondere von Pferden, abgehalten. Motiv für die Segnung oder Weihe der Tiere ist ihre Rolle, die sie als Last- und Arbeitstiere bis vor wenigen Jahrzehnten für die ländliche Bevölkerung darstellten. Heute werden sie nicht zuletzt aus ökologischen oder Liebhaber-Gründen wieder vermehrt eingesetzt.
Die Tradition der Leonhardifahrten wird aber auch mit dem altgermanischen Brauch der Weihefahrt mit Weihepferden zu Ehren des Göttervaters Wotan in Verbindung gebracht. Bei den Germanen galt das Pferd als heiliges Tier. Irgenwann wäre dieser Brauch dann christianisiert worden.
Beim Wallfahrtszug sind zahlreiche heimische Trachten zu sehen. Die Wagen und Pferde werden festlich geschmückt. Oft werden Figuren und Reliquien des hl. Leonhard mitgeführt. Die herrliche Kulisse des Voralpenlandes bildet eine einzigartige Kulisse für dieses Ereignis.
 
Als weltliches Rahmenprogramm gibt es meist das Leonhardifest.
Bierzeltbetrieb, Jahrmarkt (Kramermarkt) und Tanzveranstaltungen begleiten vielerorts dieses Ereignis. Mancherorts wird es auch als "Lehards" oder "Leachats" bezeichnet.
 
Seit 1990 hat sich der Leonardiritt in Garmisch-Partenkirchen zu einer schönen Tradition entwickelt. An die 80 Pferde, 40 Reiter und über ein Dutzend Kutschen nehmen alljährlich daran teil. Der Umzug durch die Stadt endet am Festplatz beim Schützenhaus. Dort findet eine kurze Andacht mit anschließender Pferdsegnung statt, bevor danach für Unterhaltung, leibliches Wohl und musikalische Unterhaltung im Vereinsheim der Partenkirchner Trachtler gesorgt wird.
 
In Bad Tölz findet die bekannteste Leonhardifahrt statt. Immer am 6. November, außer dieser fällt auf einen Sonntag (dann am Samstag davor), ist es mit ca. 80 Vierergespannen und jährlich rund 25.000 Besuchern wohl die größte seinesgleichen. Dieses Fest geht auf das 17. Jahrhundert zurück und findet jährlich seit 1855 statt.
Den Abschluss der Wallfahrt bildet das Leonhardidreschen (Goaßlschnalzen) auf der Bad Tölzer Marktstraße.
 
Der bislang urkundlich älteste Ritt findet in Kreuth am Tegernsee statt. Dieser wird erstmals 1442 erwähnt.
 
In Froschhausen bei Murnau findet ebenfalls eine traditionsreiche Leonhardifahrt statt. Bereits seit 1927 nehmen mehr als 100 Reiter, zahlreiche Sechser-und Viererzüge, sowie an die 50 Zweispänner und Kutschen teil. Darunter sind auch viele Rösser aus dem Haupt- und Landgestüt Ohlstadt-Schwaiganger.
 
Weitere Info:
www.garmisch-partenkirchen.de
www.bad-toelz.de
www.murnau.de
www.lft.bayern.de/lvfz/schwaiganger

 

Martini
 
Der 11.November, das ist der Festtag des heiligen Martin von Tours.
Martin wurde vermutlich im Jahr 331 im heutigen Ungarn geboren und soll auf einer Missionsreise am 08. November 399 bei Tours in Frankreich gestorben sein. Beigesetzt wurde er am 11.Novemeber - deshalb wird der Martinstag in den katholischen Regionen an diesem Tag gefeiert.
Martin von Tours wird von vielen Konfessionen geehrt. Er war der erste Mensch, der heilig gesprochen wurde, ohne durch ein Martyrium sein Leben verloren zu haben.
Als Schüler des Bischofs Hilarius von Poitiers gründete er ein Kloster, und wurde 10 Jahre später gegen seinen Willen zum Bischof von Tours gewählt.
Die Legende erzählt, dass er sich in einem Gänsestall versteckt hatte um sich dem Bischofsamt zu entziehen, jedoch von den Gänsen durch ihr Geschnatter verraten wurde.
 
Bekannt ist er uns aber durch folgende Geschichte:
"Der Winter des Jahres 354 war sehr streng. Als Martinus in die Stadt reiten will, wird er von einem unbekleideten Bettler um Hilfe gebeten. Martin lässt sich nicht lange bitten. Mit einem Schwertstreich zerteilt er seinen Mantel und überreicht die eine Hälfte dem Armen."
In vielen Orten ist es heute noch Tradition den Martinstag mit Laternenumzügen zu begehen.
 
Wenn die Ernte eingebracht war und das Vieh von den Wiesen getrieben wurde, begann Mitte November der Winter.
Dieser Martinstag markiert den Beginn des bäuerlichen Jahreslaufs - an diesem Tag wurden Zinsen und Zehnten fällig, außerdem wurden Verträge gekündigt und neu geschlossen.
Man hat sich häufig von "unnützen Essern" getrennt, Schweine und Gänse wurden geschlachtet (Gänse galten in früher Zeit oft auch als Zahlungsmittel). So ergab sich der Brauch, vor dem Beginn des Advents-Fastens noch einmel richtig zu zechen. Meist gab es traditionell einen Gänsebraten.
Aber es wurden auch die Knechte und Mägde an diesem Tag gekündigt und ausgezahlt oder neue eingestellt. Diese bekamen dann ein Handgeld.
Am Martinstag war also in vieler Hinsicht Zahltag.
 
Die ländliche Bevölkerung nutzte diesen Tag, um sich vor dem Wintereinbruch mit den Dingen des täglichen Bedarfs wie Wäsche, Schuhe und Werkzeug einzudecken oder überschüssige Produkte und Waren zu verkaufen.
So enstand der Martinimarkt oder auch Martinsmarkt.
Er ist ein im gesamten deutschen Sprachraum verbreiteter Jahrmarkt, der um den Martinstag stattfindet. Martinimärkte gehen auf das mittelalterliche Marktrecht zurück. Die Klöster schenkten den Martinswein an die Bevölkerung aus.
Vielerorts ziehen Kinder von Haus zu Haus und singen Martinslieder. Sie bitten um eine kleine Gabe, und bekommen dann meist Süßigkeiten, Obst, Nüsse und auch schon mal Geld.
 
Es gibt auch eine Bauernregel zu Martini:
"Schneit es auf Martini ein, wird's eine weiße Weihnacht sein."

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