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Burgruine Werdenfels

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Aussenmauer der Burgruine

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Die Ruine der Burg Werdenfels bildete das Zentrum der Grafschaft Werdenfels, und liegt etwa 80m über dem Loisachtal zwischen Garmisch und Farchant.
Sie wurde "Wer erobert den Fels?!", "der werte Fels" oder auch "Wehret den Fels!" genannt.
 
Wann die Burg Werdenfels erbaut wurde, weiß man nicht genau. Bauliche und geschichtliche Indizien sprechen für einen Baubeginn kurz nach 1230 - noch unter Herzog Otto VII von Andechs-Meranien (gest. 1234). Als Baumaterial diente der anstehende Kalkstein, den man im "Schlosswald" oberhalb der Veste brach.
Erstmals als "Werdenvelß" erwähnt findet sich die Burg im Jahr 1294, als Graf Berthold III. von Eschenlohe einen Teil seiner Grafschaft gegen eine jährliche Leibrente von 4.800 Liter guten Bozener Weines (!) und 20 Pfund Münchner Pfennige als Entlohnung für die Burghut an das Hochstift Freisung abtrat. Auf der Grundlage dieser Abtretung erfolgte kurz darauf die Entstehung der Grafschaft Werdenfels, der die Burg folglich ihren Namen verlieh.
Fortan residierten Pfleger und Richter auf der hochstiftischen Burg, wobei insbesondere die insgesamt 66 Pfleger zum Teil recht rasch wechselten.
Unter Hans Kirchhaimer, der auch die Hohe Gerichtsbarkeit ausübte (d. h. in Abstimmung mit dem Hochstift über Mord, Notzucht und Diebstahl richten und Todesstrafen verhängen durfte), wurde um 1360 das Pflegamt erstmals mit dem Richteramt kombiniert.
 
Mit der Säkularisation fiel die Burgruine 1802 an das Königreich Bayern, welches sie 1822 an den bayerischen Staatsrat Ignaz von Rudhart verkaufte. Seitdem ist die Burgruine in Privatbesitz.
Den wiederholten Abbruchmaßnahmen folgten erst 1905/1906 erste Sicherungsmaßnahmen, die jedoch in vieler Hinsicht sehr unglücklich verliefen und unter anderem zu einer falschen Rekonstruktion der Schlupfpforte führten. Einer Mauerkronensicherung in den 1960er Jahren folgte im Herbst 1986 eine sensible Sanierung des Palasbaues.
Seitdem werden die Sanierungsarbeiten in kleinen Bauabschnitten fortgeführt und fachlich durch das Landesamt für Denkmalpfiege begleitet.

Kernburg Burg Werdenfels

Bezeichnenderweise wurde die Burg Werdenfels während ihrer ca. 400-jährigen Existenz nie in Kriegsaktionen verwickelt. Dies ist keinesfalls eine große Überraschung, denn nur wenige der Burgen unseres Landes wurden während des 11. - 14. Jahrhunderts tatsächlich belagert.
 
Die Burg Werdenfels war kaum wehrhaft ausgeprägt, wie ihre dünnen Mauern und ihre turmlosen Außenmauern bezeugen.
Sie fungierte in erster Linie als wichtiges Machtsymbol, indem sie weithin sichtbar sowohl das Umland als auch eine wichtige Handels- und Heeresstraße optisch beherrschte.
Sie diente darüber hinaus als Herrschafts-, Verwaltungs- und Rechtszentrum der ihr zugehörigen Grafschaft.
 
Die Burg war dreigeteilt in zwei Vorburgen und die erhöht liegende Kernburg (27,6 x 24,8 Meter).
Die kleine, fast quadratische Kernburg wurde dominiert von einem großen viereckigen Bergfried, von dem heute aber nur noch ein Schutthügel zeugt. Der hochaufragende Turm stand mauerbündig an der Torfront und bildete dadurch das eigentliche Machtsymbol der Burg.
Die wohnlichen Geschoße mit den repräsentativen Sälen besaßen große Fensteröffnungen mit Sitzbänken, und wurden zweifelsohne durch Kachelöfen und Glutpfannen beheizt.
Gut erforscht ist das wirtschaftliche Umfeld der Burg, deren Wasserversorgung durch eine hölzerne Deichelleitung vom Schloßsee, dem heutigen Pflegersee, ergänzt wurde.

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